Archiv: Januar 2015

Fit werden für die Renaissance der Biedermeier-Zeit

12.01.2015 Auffassung, Gedanken 1 Kommentar

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Gelesen in der FASZ – Feuilleton vom 11. Januar 2015

Ich habe das „Prädikat für schönste Sätze“ vergeben an:

„Was sich nicht ändern darf, ist die Fähigkeit des Einzelnen, sich einen eigenen Plan zu machen und den amtlichen Ansagen ganz private Interpretationen der Welt entgegen zu stellen.“

Nachfolgender Platz:

„Das gute Leben kommt selten durch das brave Befolgen von Regeln zustande.“

Last, but not least:

„Savoir se débrouiller – sich selbst aus dem Schlamassel ziehen zu können, das ist eine nationale Kunst, die in der Schule nicht gelehrt wird.“

Und der Hammer der, wie ich den derzeitigen Hype, „Renaissance der Biedermeier-Zeit“, sehe, lautet:

„Sie rüstet einen für die Wechselfälle der großen Politik, für globalwirtschaftliche Machtverschiebungen und plötzlich auftretende soziale Bewegungen, macht immun gegen die wohlklingenden Slogans der neoliberalen und sonstigen Ideologien und befähigt einen im besten Fall, sich im Windschatten der Welt in irgendwelchen Gärten schöne Tage zu machen.“

Waaaoooohdas ist individuelle Lebensqualität.

„Die Null-Grenzkosten-Gesellschaft“ von Jeremy Rifkin

09.01.2015 Buchrezension, Wahrnehmung Keine Kommentare

Ein paar Gedanken habe ich mir zu diesem Zukunfts-weisenden Buch unserer menschlichen Gesellschaft auf unserem Planeten gemacht: am Beispiel Griechenlands.

 

In die Isolation vor den derzeit in Europa Regierenden ist der griechische Finanzminister sicherlich geraten. Man kann aber nicht behaupten, dass das souveräne griechische Volk, welches jetzt demokratisch gewählt hat, in der Isolation von anderen EU-Bürgern ist. Sie sind nur die ersten, die „Nein“ sagen zum Banken-Lobbyismus in der Politik.

Die Banken sind am Ende, weil der Zinssatz bei 0% ist. Man braucht sie nicht einmal für den Zahlungsverkehr. Ich schaue in die Bilanzen und da sieht man das. Es ist uns nur noch nicht klar geworden, dass im Bankenbereich die Null-Grenzkosten-Gesellschaft, die Jeremy Riffkin beschrieben hat, bereits Realität geworden ist.

Die griechische Infrastruktur leidet unter der Banken-Rettungs-Politik und es spricht überhaupt nichts gegen einen Schuldenschnitt.

Die Frage nach Finanzierung eines Staates wird auch in Deutschland bald gestellt werden, und zwar in wieweit der Staat überhaupt noch die Möglichkeit hat, Steuern einzunehmen, wenn über den Netzzugang jedermann ausweichen kann.

Die Griechen sind also nur die Ersten, weil sie aus der Lethargie erwacht sind..

Das Unbehagen wird sicherlich nicht gegenüber der Staatsform Demokratie gehegt, sondern gegenüber ihrer wahrgenommenen Aushöhlung durch den Lobbyismus.

Das ist aber kein Grund, jegliche Formen von Sozialismus, die Diktaturen hervorgebracht haben, wieder als ewig gestriges Gedankengut einzuführen. Der Kapitalismus ist alleinig schon wegen der zunehmenden Null-Grenzkosten-Gesellschaft (-> Jeremy Rifkin) auf dem Rückzug.

Aber solche Volkswirtschaftsthemen werden nicht gelesen und gar nicht erst behandelt.

Welchen Sinn hat dann überhaupt, Studien in Bezug auf linkes Gedankengut über die Aushöhlung des Sozialismus in der ehemaligen Diktatur Deutsche Demokratische Republik (DDR), wenn es schon schwierig wird, Stand heute „links“ und „rechts“ unterscheidbar zu definieren, denn beides sind doch hoffentlich abgelegte Formen des Sozialismus.

Aus dem Begriff im Titel „Demokratisch“ darf nicht mehr auf den Inhalt des Staates geschlossen werden, bei der Beantwortung der Frage, wer regiert eigentlich dieses Land.