Tag: Meinungsbildung

Falsche Statistiken als Entscheidungsvorlage

04.06.2015 Entscheidung, Wahrnehmung Keine Kommentare

Sonnenuntergang über dem Hessischen Staatstheater Darmstadt

Beispiel: Momentaufnahme für eine Wetter Statistik

Geht das überhaupt, dass Statistiken „falsch“ sind? Immerhin handelt es sich um Mathematik, eine exakte Disziplin. Könnte es sein, dass „wissenschaftlich abgesichert“ bedeutet, dass die Statistiken immer, dass heißt „regelmäßig“, schlicht gefälscht sind, wenn sie dann auf den Tisch eines politischen Entscheiders kommen? Aber wer dann stiftet zur Fälschung an? Bedeutet dass, die deutsche Politik hat mit ihren Entscheidungen immer falsch gelegen, weil die Entscheidungsvorlage manipuliert wurde in einer bestimmte Absicht? Ist das vorsätzlich, organisiert, kriminell statt wie angenommen nur fahrlässig?

Zu Statistiken gehört immer die Angabe der Fehlerwahrscheinlichkeit in Prozent, die Spezifikation und der Meßzeitpunkt. Weil man ja nicht gesamt existierenden und spezifizierten Menge untersucht, sondern nur eine „signifikante“ Auswahl, gibt es Abweichungen. Außerdem ist eine Statistik retrospektiv und nur zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit gültig. Hinzukommt so etwas, wie die Heisenberg’sche Unschärfe, dass heißt, die Beobachtung des Objektes verändert das Verhalten den Objektes. Über die Zukunft kann ich keine Statistik machen, weil es die zu untersuchende Menge ja noch gar nicht gibt. Finde ich jetzt nicht so schwer zu verstehen, oder doch?

Ich lese gerade die Pressemitteilung „Niedrigste Geburtenrate weltweit“, Hamburg, 29.05.2015,
„Demografischer Abwärtstrend gefährdet Standort Deutschland“
gemeinsamen Studie der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesell- schaft und des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI), mit dem diesjährigen Schwerpunkt Arbeitsmarktperformance.

http://www.hwwi.org/fileadmin/hwwi/Mediencenter/Pressemitteilungen/2015_Pressemitteilungen/2015-05-11/20150529_PM_IBC_Geburtenrate_HWWI.pdf

Was könnte wohl „signifikant“ bedeuten für den Schwerpunkt der Studie „Arbeitsmarktperformance“? Da liegt doch schon der Hund begraben. Und suggeriert wird, dass es sich um eine Statistik zur demographischen Entwicklung handelt. Das ist ein himmelweiter Unterschied und hier fängt die Verdrehung der Realitäten an. Angenommen, das Ergebnis, der Zweck, das Ziel und das Meinungsbild, was erreicht werden soll, der Studie ist vorgegeben, welche Statistik benötige ich?